Online Fortbildung
Tracheotomie und Trachealkanülen
8 Lernmodule (40:37 Min)
Zusammenfassung
Tracheotomie und Trachealkanülen in Intensiv- und Palliativpflege: Der Kurs vermittelt Anatomie, Indikationen und Risiken der Tracheotomie sowie praxisnahe Pflege, Kanülenwechsel und das endotracheale Absaugen für stationäre, ambulante und klinische Versorgung.
Kursbeschreibung
Durch zahlreiche Schriften lässt sich die Entwicklung der Tracheotomie erfassen. Aus Quellen ist uns überliefert, dass der Luftröhrenschnitt schon in der Antike praktiziert wurde. Andreas Vesalius entwickelte bereits im 16. Jahrhundert die Idee, ein Röhrchen einzulegen. 1844 wurde von Wilhelm Baum die erste erfolgreiche Tracheotomie in Deutschland durchgeführt und die 1909 entwickelte Methode durch C. Jackson wird heute noch angewandt.
Dirk Franke ist Pflegedienstleiter und Fachkoordinator. Er ist im Zentrum für Beatmung und Intensivpflege in Berlin tätig. In diesem Schulungsvideo erfahren Sie alles rund ums Tracheostoma. Die O2-Versorgung, CO2-Elimination, Entwöhnung von einer Beatmung und die Vermeidung von Atemwegsobstruktionen sind nur einige Vorteile, die eine Tracheotomie bewirkt. Nach einer detaillierten Vorführung der chirurgischen Praxis, erklärt Ihnen der Referent die pflegebetreffenden Aufgaben, wie das endotracheale Absaugen oder der Trachealkanülenwechsel.
Das lernen Sie in diesem Kurs
- Anatomie
- Vom Altertum bis ins 20. Jahrhundert
- Begriffserklärung
- Tracheotomie
- Perkutane Tracheotomie
- Tracheostoma
- Ziele der Tracheotomie
- Chirurgische Tracheostomie
- Chirurgisches Tracheostoma vs. Dilatiertes Tracheostoma
- Risiken der Tracheostomie
- Trachealkanülen
- Blockbare Kanülen
- Nicht-blockbare Kanülen
- Silberkanüle
- Innenkanülensysteme
- Phonationsmöglichkeiten
- Sprechventile
- Feuchte Nasen
- Atemgasklimatisierung
- Tracheostomaplatzhalter
- Komplikationen
- Was für pflegerische Maßnahmen gibt es?
- Trachealkanülenwechsel
- Endotracheales Absaugen
Häufig gestellte Fragen
Welche Unterschiede bestehen zwischen einer chirurgischen und einer perkutanen Tracheotomie?
Die chirurgische Tracheotomie erfolgt durch einen operativen Schnitt in die Luftröhre, meist im OP, während die perkutane Tracheotomie minimal-invasiv unter Sichtkontrolle und meist auf der Intensivstation durchgeführt wird. Beide Verfahren haben unterschiedliche Anwendungsgebiete sowie spezifische Risiken und Vorteile.
Welche Aufgaben und Herausforderungen bestehen beim Wechsel einer Trachealkanüle?
Beim Kanülenwechsel ist ein aseptisches Vorgehen besonders wichtig, um Infektionen zu vermeiden. Es muss auf eine ausreichende Sicherung der Atemwege und die individuelle Auswahl der Kanülenart geachtet werden, um Komplikationen zu verhindern.
Welche pflegerischen Maßnahmen sind zur Vermeidung von Komplikationen bei einem Tracheostoma notwendig?
Regelmäßige Kontrollen des Tracheostomas, das sachgerechte Absaugen von Sekret und die sorgfältige Pflege der Haut um das Stoma herum sind essenziell. Auch die Überwachung auf Entzündungszeichen und das Anpassen der Kanülenfixierung tragen zur Komplikationsprophylaxe bei.
Wann kommen blockbare und wann nicht-blockbare Trachealkanülen zum Einsatz?
Blockbare Kanülen werden meist bei beatmeten Patienten genutzt, um eine vollständige Abdichtung der Atemwege zu gewährleisten. Nicht-blockbare Kanülen kommen hingegen zum Einsatz, wenn eine Spontanatmung und eine teilweise Nutzung des oberen Atemwegs möglich und gewünscht sind.
Welche Bedeutung haben Sprechventile und Phonationshilfen für Patienten mit Tracheostoma?
Sprechventile ermöglichen es Patienten, trotz Tracheostoma durch die oberen Atemwege zu sprechen, was die soziale Teilhabe und Lebensqualität deutlich verbessert. Die Auswahl und Anpassung dieser Hilfen erfolgt individuell, abhängig von den Atemverhältnissen und den Bedürfnissen des Patienten.
Referent
Dirk Franke
Darüber hinaus engagiert er sich als Vorstandsmitglied in der Bundesarbeitsgemeinschaft PhaseF sowie in der Landesarbeitsgemeinschaft Phase F Berlin – einer Vereinigung von Einrichtungen, die Menschen mit schwersten neurologischen Schädigungen versorgen.