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Locked-in-Syndrom: Eine Heilungsgeschichte im Dialog
6 Lernmodule (43:06 Min)
Zusammenfassung
Locked-in-Syndrom und Intensivpflege: Dialogische Heilungsgeschichte zwischen Pflegekraft und Patient veranschaulicht Rehabilitationsverlauf nach Hirnblutung. Pflegekräfte erhalten praxisnahe Einblicke in Therapie, Kommunikation und interdisziplinäre Zusammenarbeit im stationären und ambulanten Bereich.
Kursbeschreibung
»Dinge, von denen ich heute weiß, dass sie nur Minuten dauerten, kamen mir damals wie Stunden vor«, erinnert sich Frank Becwarsch. Artikulieren konnte er das jedoch nicht.
Nachdem er im August 2012 eine Hirnblutung erlitten hatte, bildete sich bei ihm ein Locked-in-Syndrom aus. Von jetzt auf gleich war alles anders für den bis dahin mit beiden Beinen im Leben stehenden Familienvater.
Während er vom Krankenhaus und den Behörden bereits als hoffnungsloser Fall eingestuft wurde, tat der Fachkrankenpfleger Guido Faßbender das nicht. Im Gegenteil: Gemeinsam mit seinem multiprofessionellen Team, Zeit, Geduld, einer intensiven Therapie und Pflege begleitete er Frank Bewarsch auf seinem Weg zurück ins Leben.
Wie der Schulterschluss zwischen Pflege und Patienten in der Praxis funktionieren kann, das erfahren Sie in diesem Dialog über die Behandlungs- und Heilungsgeschichte des ehemaligen Locked-in-Syndrom-Patients Frank Becwarsch.
Unsere Empfehlung: Vertiefen Sie Ihr Wissen zum Krankheitsbild mit dem Kurs »Kompaktkurs: Was ist das Locked-in-Syndrom?«, hier finden Sie auch ein Glossar mit allen wichtigen Fachbegriffen im Kursanhang.
Gesprächsinhalte:
Das lernen Sie in diesem Kurs
- Ein Tag im August 2012
- Hirnblutung
- Uniklinik
- Erster Kontakt in der Rehaklinik
- Gespräch mit den Eltern
- Erste Fortschritte in der Intensivpflege WG
- Lebensbedrohliche Komplikation
- Zurück auf die Intensivstation
- Rehabilitation: Zurück ins Leben
- Eindrücke und Wahrnehmung aus Patientensicht
- Botschaft an die Pflege
- Schulterschluss zwischen Pflege und Patient
Häufig gestellte Fragen
Welche Herausforderungen treten bei der Pflege von Patienten mit Locked-in-Syndrom auf?
Pflegende stehen vor der Herausforderung, trotz fehlender verbaler Kommunikation auf die Bedürfnisse und Emotionen der Patienten einzugehen. Besonders wichtig sind Geduld, ein geschultes Auge für nonverbale Signale und das Einbeziehen multiprofessioneller Teams.
Wie kann der gemeinsame Dialog zwischen Pflegekräften und Patienten mit Locked-in-Syndrom gelingen?
Ein gelingender Dialog setzt Vertrauen, Einfühlungsvermögen und kreative Kommunikationswege voraus, etwa über Blickkontakt oder unterstützende Kommunikationshilfen. Der Kurs zeigt praxisnah, wie durch Zusammenarbeit mit dem Patienten Beteiligung ermöglicht werden kann.
Welche Bedeutung hat der multiprofessionelle Ansatz bei der Rehabilitation von Locked-in-Patienten?
Der multiprofessionelle Ansatz ist zentral, da er die umfassende Versorgung und Förderung des Patienten aus verschiedenen Blickwinkeln gewährleistet. Dazu zählen neben der Pflege auch Therapien und Sozialarbeit, wie sie im Kurs anhand einer Heilungsgeschichte vermittelt werden.
Was können Pflegende aus dem persönlichen Erfahrungsbericht eines ehemaligen Locked-in-Syndrom-Patienten lernen?
Pflegende erhalten Einblicke in die subjektive Wahrnehmung und Bedürfnisse von Betroffenen und können daraus konkrete Ansätze für die eigene Pflegepraxis ableiten. Die Erfahrungsberichte sensibilisieren für Geduld, individuelle Ansprache und die Bedeutung kleiner Fortschritte.
Wie werden lebensbedrohliche Komplikationen beim Locked-in-Syndrom im Kurs thematisiert?
Der Kurs behandelt Situationen wie unerwartete Komplikationen sowie Rückverlegungen auf die Intensivstation und gibt praxisbezogene Hinweise zum Erkennen und Umgang in solchen Krisensituationen. Die Teilnehmenden erhalten konkrete Tipps zur frühzeitigen Intervention und Begleitung.
Referenten
Guido Faßbender und Frank Becwarsch
Frank Becwarsch ist ein ehemaliger Patient von Herrn Faßbender, der im Jahr 2012 eine Hirnblutung erlitt, durch die sich ein Locked-in-Syndrom (kurz: LIS) bei ihm ausbildete.