Online Fortbildung
Rechtliche Aspekte im Wundmanagement
6 Lernmodule (48:34 Min)
Zusammenfassung
Rechtliche Aspekte im Wundmanagement für ambulante und stationäre Pflege: Pflegekräfte lernen anhand realer Rechtsfälle, wie Dokumentation, Delegation, Haftung und Remonstrationspflicht im Berufsalltag rechtssicher umgesetzt werden, um Patientensicherheit und eigene Rechtsposition zu stärken.
Kursbeschreibung
Die Altenpflegerin Frau A. mobilisiert ihre Pflegebedürftige Frau M. immer alleine. Das führt dazu, dass Frau M. wiederholt stürzt. Trotz eingehender Beschwerde setzt die Pflegekraft die alleinige Durchführung fort. Ein weiterer Sturz führt zu einer Kopfverletzung, woran die Pflegebedürftige nach 9 Wochen auf der Intensivstation stirbt. Die Krankenkasse klagt nun und fordert die Behandlungskosten zurück. Die finanzielle Haftung wurde auf die Mitarbeiterin übertragen, da sie sich nicht an die Anordnung zur Sicherheit des Pflegebedürftigen hielt.Solche Fälle sind aber kein Alltag, denn die Wahrscheinlichkeit, dass Sie in Ihrem Beruf einen Rechtsfall erfahren, liegt bei 0,000000484210526%. Dennoch ist ein umfassendes Rechtsgrundlagenwissen wichtig, um bedacht und sorgfältig zu arbeiten.
Gerhard Schröder, Mitglied der Akademie für Wundversorgung und Mitglied des DNQP, erläutert Ihnen anhand von Rechtsfällen aus dem Wundmanagement, wie wichtig die Dokumentation und der angemessene Umgang mit Anforderungen vom Arzt ist. Abschließend geht er auf die Delegation (Abordnung) und Substitution (Ersatz) ein.
Das lernen Sie in diesem Kurs
- Rechtsfälle aus dem Wundmanagement
- Wie läuft eine gerichtliche Klage ab?
- Zivil- und Strafrecht
- Fallbeispiele aus der Praxis
- Dokumentation
- Remonstrationspflicht
- Delegation
- Wer bekommt die Tätigkeit bezahlt?
- Wer haftet, wenn Fehler passieren?
- Welche Rolle spielt die Qualifikation bei rechtlichen Problemen?
- Wie sieht der Patient das?
- Substitution
Häufig gestellte Fragen
Welche rechtlichen Folgen können Pflegekräfte bei Fehlern im Wundmanagement erwarten?
Pflegekräfte können sowohl zivil- als auch strafrechtlich haftbar gemacht werden, wenn sie gegen fachliche Standards oder Anordnungen verstoßen. Im schlimmsten Fall kann dies zu finanziellen Forderungen, Schadensersatzklagen oder auch strafrechtlichen Konsequenzen führen.
Welche Bedeutung hat eine sorgfältige Dokumentation im Wundmanagement aus rechtlicher Sicht?
Eine lückenlose und exakte Dokumentation ist entscheidend, um im Fall eines Rechtsstreits die ordnungsgemäße Durchführung der Pflege nachzuweisen. Fehlen wichtige Eintragungen, wird oft zu Ungunsten der Pflegekraft entschieden.
Wie läuft eine gerichtliche Klage im Zusammenhang mit Pflegefehlern im Wundmanagement ab?
Im Kurs wird erläutert, wie ein Klageverfahren typischerweise abläuft, beginnend mit der Beschwerde bis hin zur Verhandlung und möglichen Urteilsverkündung. Dabei werden sowohl die zivilrechtlichen als auch die strafrechtlichen Abläufe anhand realistischer Fallbeispiele dargestellt.
Welche Rolle spielt die Qualifikation der Pflegekraft bei rechtlichen Auseinandersetzungen im Wundmanagement?
Die Qualifikation der Pflegekraft ist entscheidend für die Beurteilung der Haftung. Wer spezielle Aufgaben übernimmt, muss dafür entsprechend ausgebildet sein; andernfalls kann dies im Rechtsfall zu einer Mitverantwortung oder Haftung führen.
Wie werden Delegation und Substitution im Kontext des Wundmanagements rechtlich betrachtet?
Im Kurs wird gezeigt, welche rechtlichen Rahmenbedingungen bei der Übergabe oder Übertragung von Aufgaben (Delegation und Substitution) gelten. Pflegekräfte müssen sicherstellen, dass sie nur Aufgaben durchführen, für die sie befugt und qualifiziert sind, da bei Fehlern die Haftungsfrage individuell geprüft wird.
Referent
Gerhard Schröder
Im Jahr 2004 hat er das erste ICW-Curriculum ins Leben gerufen und mitentwickelt. Seit vielen Jahren führt er Qualifizierungen zum »Pflegeexperten Dekubitus« und zum »Pflegeexperten chronische Wunden« durch. Seine Konzepte sind so erfolgreich, dass sie auch mit Anerkennung durch das österreichische Krankenpflegegesetz in Wien zugelassen sind.