Online Fortbildung
Alternativen zu bewegungs- und freiheitseinschränkenden Maßnahmen (FEM)
8 Lernmodule (1:45 Std)
Zusammenfassung
Alternativen zu FEM in der Pflege: Fachkräfte aller Versorgungsformen erhalten praxisorientiertes Wissen zur rechtlichen Lage, zur Vermeidung bewegungs- und freiheitseinschränkender Maßnahmen und zu Präventionsstrategien bei Selbst- und Fremdgefährdung, Sturzgefahr und Fixierung.
Kursbeschreibung
Unser Grundgesetz regelt, dass jeder Mensch - egal ob pflegebedürftig, psychisch oder demenziell erkrankt - die gleichen Rechte hat. Der Artikel 2 garantiert das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, auf Leben, auf körperliche Unversehrtheit und schützt die Freiheit der Person. Also hat jeder Mensch das Recht, dahin zu gehen, wohin er möchte, wann er möchte und wie er möchte.
Trotzdem gibt es im Pflegealltag Situationen, in denen bewegungs- und freiheitseinschränkende / freiheitsentziehende Maßnahmen zum Selbst- und Fremdschutz notwendig werden.
In diesem Schulungsvideo bewegen Sie sich im Spannungsfeld zwischen der Förderung selbstbestimmter Lebensführung und dem Einsatz bewegungs- und freiheitseinschränkender Maßnahmen.
Von der Theorie in die Praxis zeigt Ihnen unsere Referentin Sabine Hindrichs anhand von Fallbeispielen Alternativen zu einschränkenden Maßnahmen auf, die Sie zur Prävention einsetzen können.
Sabine Hindrichs ist freiberufliche Dozentin in der Pflegebranche.
Das lernen Sie in diesem Kurs
- Rechtliche Hintergründe
- Selbstgefährdendes Verhalten
- Sturzereignis, -gefahr und -ursachen
- Fremdgefährdung
- Definition: bewegungs- und freiheitseinschränkende Maßnahmen (FEM)
- Arten der Fixierung
- Körpernahe Fixierung
- Körperferne Fixierung
- Einsatz von Substanzen / Medikamenten und mögliche Nebenwirkungen
- Mögliche Folgen
- Alternativen zu bewegungs- und freiheitseinschränkenden Maßnahmen
- Prävention
- Fallbeispiele
Häufig gestellte Fragen
Welche rechtlichen Grundlagen müssen bei der Anwendung von bewegungs- und freiheitseinschränkenden Maßnahmen (FEM) beachtet werden?
Im Kurs werden die zentralen rechtlichen Grundlagen erläutert, insbesondere das Grundgesetz und die Bedeutung des Rechts auf freie Entfaltung und körperliche Unversehrtheit. Es wird auch auf die gesetzlichen Voraussetzungen sowie auf Dokumentations- und Genehmigungspflichten im Pflegealltag eingegangen.
Welche Alternativen zu bewegungs- und freiheitseinschränkenden Maßnahmen gibt es in der Praxis?
Im Kurs werden verschiedene präventive und pflegerische Interventionen vorgestellt, die helfen, den Einsatz von FEM zu vermeiden. Dazu zählen beispielsweise Umgestaltungen des Umfelds, technische Hilfsmittel und individuelle Betreuungskonzepte, die auf die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen eingehen.
Wie können Situationen, in denen eine Selbst- oder Fremdgefährdung droht, ohne FEM entschärft werden?
Anhand von Fallbeispielen zeigt der Kurs, wie es möglich ist, durch deeskalierende Kommunikation, gezielte Beobachtung und individuelle Risikoanalysen akute Gefährdungssituationen ohne freiheitsentziehende Maßnahmen zu bewältigen. Wichtig ist die frühzeitige Erkennung und professionelle Einschätzung von Risiken.
Welche möglichen Folgen hat der Einsatz von bewegungs- und freiheitseinschränkenden Maßnahmen für die Betroffenen?
Der Kurs informiert über körperliche, psychische und soziale Folgen von FEM, wie etwa erhöhte Sturzgefahr, Immobilität, Depression oder Vertrauensverlust. Es wird vermittelt, warum Alternativen nicht nur aus rechtlicher, sondern auch aus pflegerischer Sicht bevorzugt werden sollten.
Welche Bedeutung hat die Prävention im Zusammenhang mit FEM in unterschiedlichen Pflegebereichen wie Intensivpflege, Psychiatrie oder Palliativpflege?
Im Kurs wird die Wichtigkeit präventiver Maßnahmen für verschiedene Settings wie Intensivpflege, Psychiatrie und Palliativpflege herausgestellt. Angepasste Konzepte und individuelle Interventionsstrategien helfen, den Einsatz von FEM über alle Versorgungsformen hinweg auf ein Minimum zu reduzieren.
Referent
Sabine Hindrichs
Sie ist bundesweit unterwegs und führt Fortbildungen zu verschiedensten Themen durch. Zu ihren Spezialgebieten gehören beispielsweise das Strukturmodell, Expertenstandards, Mobilität sowie die Entwicklung von Konzepten für die Betreuung von Menschen mit Demenz.
Seit 2017 besitzt Sabine Hindrichs für den Bereich Pflege einen Lehrauftrag am Gerontologischen Institut der Universität Heidelberg. Ihre Leidenschaft für ihren Beruf spiegelt sich darüber hinaus in zahlreichen Veröffentlichungen rund um das Thema Pflege wider.